Eine Entdeckungsreise durch das Appenzeller-Land

Das Appenzellerland, dort wo auf dem Landsgemeindeplatz noch per Handmehr abgestimmt wird, über den Kräutersulz-Rezept kein Wort verloren wird und das Kräutergermisch-Rezept für den Alpenbitter noch im Banksafe liegt. Da scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, obwohl die beiden Halbkantone das Heu oft nicht auf der gleichen Bühne haben. Doch das kümmert uns als Ausflügler nur wenig. Das Appenzell scheint uns der perfekte Ort für einen kulinarischen Bummel anlässlich unseres 1. Firmenjubiläums.

Die neblige Anreise führt uns vorbei an wunderschönen „Heimetlis“ und wie aus dem Nichts, tauchte eine Herde wunderschön geschmückter Rinder auf, geführt von in Trachten gekleideten Appenzellern, welche die Tiere mit viel Stolz ins Dorf trieben. Ein Augenblick, wie aus dem Bilderbuch!

Ein Besuch beim 111-jährigen Appenzeller Alpenbitters durfte keinesfalls fehlen. Wir wissen nun, dass es eine ganze Menge an verschiedenen Kräuter dazu braucht, aber die genaue Mischung bleibt wohl für immer und ewig ein gut behütetes Geheimnis. Recht so, der Schnaps schmeckte uns auch so ganz gut!

Einen Abstecher in den Biberli-Laden kam nach der Schnaps-Degustation wohl grad für alle passend. Doch fürs Zmittag hatten wir andere Pläne: Der Weg zum „Gupf“ ist nicht ganz schwindelfrei, aber ist jede Kurve wert. Mit seiner wunderbaren Lage, der hochstehenden Küche und der eigenen Landwirtschaft ist der „Gupf“ im Rehentobel wohl eine der besten kulinarischen Adressen im ganzen Appenzell. Der Sternekoch überzeugte uns in jedem Detail und gewährte uns sogar noch einen Blick hinter die Kulissen.

Nach viel Genuss hiess es nun, selbst Hand anzulegen. In der heimeligen Alpkäserei sollten 70 kg Milch zu 6,5 kg Käse, verteilt auf 4 Mutschlis, verarbeitet werden. Unter fachkundiger Anleitung für uns drei kein Problem. Herr Zimmermann plauderte aus dem Nähkästchen, während wir das Thermometer im Griff hatten, mit der Käseharfe hantierten und den Käse in kleine Formen pressten. Und ob sich die Mühe auch gelohnt hat, wird sich spätestens in 8 Wochen zeigen, wenn wir „unseren“ Käse testen dürfen. Bis dahin ist er im Appenzell gut aufgehoben, wird sorgfältig eingerieben und für die Reifung gelagert.

Mit einem frischen Quöllfrösch am Stammtisch lassen wir den eindrücklichen Tag ausklingen. Was uns bleibt, ist ein Tag voller schöner Erinnerungen zum 1-jährigen!