Eine Entdeckungsreise über Andermatt ins Bündnerland nach Disentis Sedrun

Ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch! Bepackt mit Rucksack und Feldstecher machten wir uns auf den Weg Richtung Andermatt. Eindrücklich, wie sich das riesige Bergmassiv am blauen Himmel präsentierte. Anstelle der meterhohen Schneewänden, welche wir uns vom Winter gewohnt sind, zieren im Herbst schmucke Handwerkerlädelis und nette Cafés die Gassen von Andermatt. Inmitten Touristen aus aller Welt machten wir uns auf Einkaufstour und fanden schon bald eine nette Bleibe, wo wir uns durch das Käse- und Wurstsortiment degustierten, unter anderem auch die Yak-Wurst aus der Region… und schon war der Rucksack halb voll!

Weiter führte uns die Reise über den Oberalppass, vorbei an Kuhherden, Bergseen und keuchenden Velofahrern. Vor uns präsentierte sich die Ferienregion an der Rheinquelle, welche als beliebter Ausgangspunkt für eindrückliche Wanderungen und kulinarische Höhenflüge bekannt ist. Genau nach unserem Geschmack. In Disentis Sedrun kauften wir die letzten Spezialitäten ein und mit schlussendlich vollbepacktem Rucksack suchten wir uns einen netten Aussichtspunkt zum picknicken. Und dies mit viel Bergluft und einmaligem Bergpanorama, einfach herrlich.

Der nächste Programmpunkt erwartete uns in Surrein, wo wir mehr über wohlbehütete Geheimrezepte erfahren wollten. Begrüsst wurden wir von Anna und Gion Candidas mit einem Glas „Siemi da Surrein“ und der Geruch im Showroom versprach einiges. Seit bald 200 Jahren werden in der Destillaria Candinas allerfeinste Branntweine hergestellt. Feines Obst und getrocknete Kräuter werden durch den Meister selber zu edlem Lebenswasser verarbeitet, in Flaschen abgefüllt und im Traditionshaus verkauft. Gion führte uns durch die Produktion, erklärte uns wie Schnäpse und Coupagen entstehen und was es alles braucht, bis der Enzianschnaps, welcher nach uraltem Rezept distilleriert wird, in die Flasche gelangt. Ein Geheimnis bleibt aber, wo und zu welcher Zeit die bis zu 2,5 m langen Enzianwurzeln ausgegraben werden. Richtig so. Doch vor allem interessierte uns die Geschichte über die Gin-Herstellung. Ein ganzes Jahr wurde getüftelt, bis die richtigen Zutaten, welche den „Breil Pur“ so fein machen, dosiert waren. Und die Tüftlerei hat sich gelohnt! Zwischen Schnaps, Bündner Nusstorte und frisch angelieferten Äpfeln philosophierten wir mit dem Ehepaar über Capuns, Rumatsch und die Bündner Bergwelt. Mit leicht geröteten Backen und gefülltem Kofferraum führte uns der Weg retour nach Sedrun.

Den Tag beendeten wir im Hotel La Cruna in Sedrun, wo wir uns von kulinarischen Wildgenüssen und einheimischer Herzhaftigkeit verwöhnen liessen. In der alten Bündner Stube lässt es sich bequem sitzen.. Und die 65 verschiedenen Grappa-Sorten sind ein guter Grund mehr, bald wieder in diese Region zurückzukehren.

Ein wunderbarer Ausflug zu unserem 2-jährigen Jubiläum, welcher uns zu viel Neuem inspirierte! Begleitet von Urs, welcher von uns anlässlich seines runden Geburtstages mit der Reise überrascht wurde.